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Top-Thema 2015: Die Notwendigkeit einer digitalen Ethik (Pressemitteilung)

MEDIENMITTEILUNG

Futurist Gerd Leonhards Top-Thema 2015

Die Notwendigkeit einer digitalen Ethik

Basel, 13. Januar 2015 – Google verfolgt jeden unserer Schritte, Clicks und Mails. Ist das beängstigend oder nützlich? „Es ist beides. Da Technologie keine Ethik kennt und wir uns immer mehr Technologie zu Nutze machen, müssen wir uns mit dem Regeln und Standards für menschliches bzw. moralisches Handeln in einer komplett digitalen Welt befassen“, sagt Gerd Leonhard aus Basel. Der global tätige Zukunftsberater befasst sich 2015 in seinen Keynote-Referaten u.a. mit der Notwendigkeit einer digitalen Ethik in der vernetzen Welt, stellt die wichtigsten Fragen und gibt Antworten.

So genannte Nanobots im Blut könnten bald den Cholesterin-Spiegel normalisieren, ein Chip an Körper überwacht jetzt schon unsere Gesundheit und kann aktuelle Gesundheitsinformationen an den Arzt und die Versicherung übermitteln. Musik, Filme, Patientenakten – alles wird digitalisiert und automatisiert und ist in der Daten-Wolke gespeichert. Bald kann alles was wir essen, trinken, sehen oder hören sowie unsere gesamte Kommunikation rückverfolgt, überwacht und analysiert werden.

Gleichzeitig Himmel und Hölle
Diese Szenarien können unsere Gesundheit, Sicherheit und Effizienz dramatisch verbessern, haben aber auch unerwünschte und unbedachte Konsequenzen: Sie können uns zum Beispiel emotional verkümmern lassen oder unsere Privatsphäre abschaffen. Wann ist eine Entwicklung nützlich, wann ist sie gefährlich? Dies ist eine Frage, der wir uns heute stellen müssen, denn die technologische Entwicklung schreitet exponentiell voran. Tatsache ist, dass die total vernetzte Welt, je nach Standpunkt, Himmel und Hölle gleichzeitig sein kann.
Gemäss digitalen Wortführern, wie zum Beispiel Ray Kurzweil, soll es bereits 2029 mit dem Zeitpunkt der so genannten „technologischen Singularität“ so weit sein, dass Maschinen mittels künstlicher Intelligenz die Menschen mit ihren Fähigkeiten überholen werden – und dies nicht nur beim Schachspiel oder Quizsendungen wie „Jeopardy“.

Privatsphäre vs. Sicherheit
In der Debatte um den Schutz der Privatsphäre beim gleichzeitigen Bedürfnis nach digitaler Sicherheit spielt die Ethik eine Schlüsselrolle. US Präsident Barack Obama sagte, dass es keine 100-prozentige Sicherheit bei gleichzeitig 100-prozentiger Privatsphäre geben könne. Der Direktor des FBI wollte deshalb die Verschlüsselung von privaten Daten, wie es Apple auf seinen neuen iPhones neu ermöglichen will, verbieten. Für Gerd Leonhard muss sich die Menschheit Gedanken machen, wie sie mit der Macht und Reichweite der von technologischen Plattformen wie Facebook, Google, Amazon und Alibaba in der Zukunft umgehen sollen. Google weiss oft mehr über uns als unsere Partner oder Familie. Wenn jemand eine Seite auf Facebook „liked“, lässt sich zum Beispiel bereits mit 85-prozentiger Sicherheit seine politische Einstellung berechnen. „Ist das noch gut oder schon beängstigend?“, fragt Gerd Leonhard. Mit den heutigen und künftigen Möglichkeiten der intelligenten Verknüpfung und Analyse von Daten, lassen sich unsere Wege, Gewohnheiten und Vorlieben erkennen. Wer soll die ethischen Fragen und humanen Prinzipien in der digitalisierten Welt definieren? Für Leonhard kommt es immer darauf an, wer die ethischen Standards setzt. Es gebe in dieser Frage, so der Zukunftsberater, kein schwarz oder weiss mehr. Die Diskussion um Datenschutz und Sicherheit kreise auch um die digitale Identität und Transparenz, die positiv oder ambivalent konnotiert sein kann.

„Wir brauchen Regeln und Standards“
Das inoffizielle Credo von Google lautete einmal „Don’t be evil“. Heute spotten viele über den Technologiegiganten mit dem Nachsatz: „Evil is hard to define.“ Wir müssen uns fragen, in wieweit die Digitalisierung der Gesellschaft auch die unsere Werte beeinflussen, sagt Leon-hard. Er fordert deshalb, dass wir Grundsätze zu einem moralischen Handeln in einer digital komplett vernetzten Welt entwickeln: „Ohne eine stärkere Fokussierung auf digitale Ethik wird der technologische Fortschritt zur einer Bedrohung für die Menschheit.“ Es müssten Grenzen und Standards für das Netz definiert werden. Dabei müsse auch die Frage beantwortet werden, was verantwortungsvolles Verhalten im Internet sei.
In seinen Keynote-Referaten 2015 stellt Gerd Leonhard nicht nur Fragen, sondern gibt auch Antworten.

Hier is Gerd’s Keynote zum Thema Digital Ethics bei Tedx Brüssel (1.12.2015) *English only

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