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„Anti-Business“ entpuppt sich später als „zukunftgerichtetes Denken“

Vor 50 Jahren forderten Bürgerinitiativen, dass die Fabriken ihre Abwässer und Abgase reinigen, bevor sie diese wieder in die Flüsse leiten. Damals wurden die Aktivisten als Wirtschaftsfeinde und Antikapitalisten hingestellt, und immer wieder als Schädlinge des Fortschrittes. Die Unternehmen wehrten sich mit Händen und Füssen gegen Vorgaben zur umweltfreundlicheren Produktion und argumentierten damit, dass Umweltmassnahmen zu teuer, zu umständlich und unnötig seien. Schliesslich gehe es auch um Arbeit für alle. Dies war oft das Totschlagargument der Industrie.
Heute zweifelt niemand mehr an der Notwendigkeit einer umweltbewussten Industrie. Diese hat inzwischen erkannt, dass etwas, das die Gesundheit zerstört auch der Produktivität und den Märkten schadet.
Als in der Schweiz vor ein paar Jahren Bars und Restaurants rauchfrei wurden, jaulte die Gastrobranche entsetzt auf. Die Branche sah sich dem Untergang geweiht. Tatsächlich trat das Gegenteil ein. Es gibt zahlreiche Restaurants, die boomen – von den Hunderttausenden Kneipen, die seit Jahrzehnten uninspirierte Hausmannskost zu horrenden Preisen anbieten, einmal abgesehen.
Das Szenario der wiederholt sich heute: Direct-Marketing-Firmen, die nach dem Giesskanneprinzip ihre Werbung verschickten, wehrten sich lange gegen Anti-SPAM-Gesetze. Was passierte: Ethische Marketingfirmen schossen aus dem Boden. Die Tage der Unterbrecherwerbung sind gezählt. Zukunft der Werbung und des Marketings basiert auf dem Prinzip des Magnetismus. Mit anderen Worten: Kunden müssen Freunde werden.
Erfolgreiche Unternehmen sind in der Regel immer daran interessiert, den Status quo beizubehalten – alles andere ist für sie eine Bedrohung. Kleine Änderungen macht man fast nur zum Spass – und um wie bisher ungestört weiterarbeiten zu können.
Deshalb braucht es Menschen und Unternehmen mit zukunftsgerichteten Ideen. Falls „Anti-Business“ bedeutet, dass man einen Strukturwandel und eine Wirtschaft unterstützt, in der sich mehr Leute entfalten können, dann ist diese Bezeichnung als Kompliment zu verstehen.

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