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Die „Himmel-Hölle“ der totalen Vernetzung

Eine Zukunft, in der wir mit unseren Smartphones, Tablets, Wearables und dem Internet der Dinge immer komplett vernetzt sind, ist durchaus attraktiv, aber gleichzeitig auch beängstigend – eine Art von „Himmel-Hölle“. Die Frage ist heute nicht mehr, ob wir uns digital vernetzen, sondern vielmehr, wie wir verantwortlich damit umgehen. So praktisch mobile und soziale Plattformen, Clouds, Big Data und Apps mit ihren Segnungen sind, so gross sind auch ihre Risiken.
Hier einige Beispiele, die aufzeigen, welche unbeabsichtigten Folgen die Hyper-Konnektivität haben kann:

  • Wenn wir Fotos von unseren Kindern auf Flickr hochladen, erwarten wir nicht, dass diese plötzlich als Gesichter auf Kaffeetassen auftauchen, die im Internet verkauft werden. Die Entdeckung wird für viele stolze Eltern ein Schock sein.Eines der Ziele der Twitter-Gründer war, dass wir mit unseren Kontakten über Politik und Gesellschaft diskutieren – und nicht, dass uns dies ins Gefängnis bringt. In Saudi-Arabien ist dies bereits geschehen. Plattformen wie Twitter und Facebook werden auch zur Überwachung genutzt.
  • Wer ein Unternehmen auf Facebook „liked“, gibt diesem einen Freipass, ihn mit Werbung bis zum Geht-nicht-Mehr zu überschwemmen. Die Telemarketing-Anrufe aus früheren Zeiten waren dagegen harmlos.
  • Die Geo-Location-Funktion unserer Smartphones entpuppt sich immer öfters als Überwachungsinstrument – seit Geheimdienste das Netzwerk des weltgrössten Sim-Karten-Herstellers gehackt haben, sind auch diese nicht mehr sicher.

Die Daten, die wir mit unseren Smartphones von uns preisgeben, sind jetzt schon meist ohne unsere Zustimmung und Absicht im Umlauf. Die Frage ist aber nicht, ob wir diese Entwicklungen komplett verhindern können, denn eine Schwarz-Weiss-Lösung gibt es nicht: Der Verzicht auf die Anwendungen der vernetzen Welt ist für die meisten Nutzer keine realistische Option.
Tim Cook, der CEO von Apple, bezeichnete den Datenschutz für den technologischen Fortschritt als eine Frage von Leben und Tod. Aus diesem Grund verteidigt sein Unternehmen vehement den Anspruch seiner Kunden auf die Privatsphäre.

Datenverschlüsselung als Standard

Noch machen wir die ersten Schritte im Umgang mit der Privatsphäre in der hyper-konnektiven Welt und werden uns jetzt erst den Auswirkungen dieser Technologien auf unser Leben und unsere Gesellschaft bewusst. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis auch die „Digital Natives“ erkennen, dass sie in einer Big Data-Welt nichts mehr wirklich unter Kontrolle haben. Die Internet- und Tech-Giganten sind deshalb gut beraten, vorausschauend zu denken und auch die ungewollten Konsequenzen der Technologien in Betracht zu ziehen.
Nur eine verbindliche Übereinkunft und Regelung, was wann wo erlaubt ist, schafft das Vertrauen, welches Voraussetzung für den technologischen Fortschritt ist. Deshalb ist es an der Zeit, zum Beispiel die permanente Datenverschlüsselung als Standard einzuführen. Technologie wird langfristig nur so lange gesellschaftlich akzeptiert sein, wie es digitale Datenstandards und global respektierte Rechte geben wird.

Hier gehts zum Artikel von Gerd Leonhard in ALPHA als PDF.

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