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In sieben Jahren tragen wir das Smartphone im Hirn? (Kommentare von Gerd Leonhard, 20min.ch)

Im Jahr 2023 soll es das erste Smartphone geben, das wir in uns tragen. Zu diesem Schluss kommt eine Umfrage unter 800 World Economic Forum Teilnehmern. T. Bolzern, Redakteur der 20 Minuten, führte zu diesem Thema ein Interview mit Futuristen Gerd Leonhard, der darin einige der Thesen des WEF stützt und erläutert.

Schon im Jahr 2023 soll die Schranke zwischen Mensch und Maschine überwunden werden: «Das erste implantierbare Mobiltelefon wird dann kommerziell verfügbar sein», heisst es in einem Bericht, für den rund 800 Teilnehmer des World Economic Forum (WEF) in Davos befragt wurden. Den ausführliche Bericht dazu finden Sie hier.

„Die eingebauten Geräte können Gedanken übertragen, die sonst ausgesprochen würden. Auch sind sie in der Lage, Stimmungen anhand von Gehirnwellen zu erkennen“, heisst es weiter. Auch der umgekehrte Weg soll möglich sein: Ähnlich wie Implantate für Gehörgeschädigte könnten eingepflanzte Smartphones externe Impulse direkt ans eigene Nervensystem weitergeben, sagt Futurist Gerd Leonhard. Heute sei das aber noch extrem schwierig und komplex.

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Eine schlechte Idee

Als Vorteil solcher Tech-Implantaten sehen die befragten WEF-Teilnehmer ein besseres Monitoring der eigenen Gesundheit oder auch die Möglichkeit, Personen im eigenen Blickfeld automatisch zu identifizieren. Die Wirtschafts- und Technologieleader äussern allerdings auch ihre Bedenken, etwa beim Datenschutz, der potenziellen Überwachung und dem hohen Suchtfaktor, den ein solches Gerät mit sich bringen würde.

Futurist Leonhard stützt die Prognose der WEF-Teilnehmer. Er geht allerdings davon aus, dass Smartphone-Implantate in den nächsten 15 Jahren nicht zum Massenprodukt werden. Zuerst kämen sogenannte Brain-Computer-Interfaces auf. „Mit solchen Schnittstellen – und ein bisschen Übung – werden wir externe Maschinen, Flugzeuge oder auch Roboter per Gedanken steuern können“, sagt der Futurist. Implantate seien dann der nächste logische Schritt – „aber eine schlechte Idee“, so Leonhard.

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Verwirrung und Sinnesverlust

„Technologie sollte ausserhalb von uns bleiben, vor allem wenn sie optional ist“, sagt Leonhard. Denn sie würde Menschen zu sogenannter Wetware machen, die wie Hard- oder Software regelmässig ein Upgrade benötigt. In der Berufswelt hätte man ohne ein solches Upgrade verloren, fürchtet Leonhard.

Mit dem Aufkommen der Implantate würde zudem die Anti-Cyborg-Bewegung regelrecht explodieren und in der Gesellschaft könnte die eingepflanzte Technik zur Automatisierung von menschlichen Beziehungen, zur Verfremdung und zu einer Art von Entkörperung und allgemeinem Sinnesverlust führen, so der Futurist.

Mehr zum Thema „Digitale Transformation“ und „Mensch vs Maschine“ finden Sie in seinen zahlreichen Keynotes. Nachstehend eine kleine Auswahl:

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