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Die digitale Job-Revolution schafft auch viele neue Jobs

Der Futurist – die neue Rubrik von Gerd Leonhard in ALPHA. 1. Folge.

Der Einsatz digitaler Technologien sowie die zunehmende Digitalisierung und Automatisierung werden in den kommenden Jahren Wirtschaft und Arbeitsmarkt fundamental verändern. Der Schweizer Futurist Gerd Leonhard nennt die Berufe, die in den nächsten Jahren nachgefragt sein werden.

Als Taxifahrer haben Sie schlechte Karten für die Zukunft. Heute erlaubt es der Fahrdienst „Uber“ bargeldlos und via App, ein Taxi zu bestellen. In ein paar Jahren braucht es gar keinen Taxi-Chauffeure mehr, weil selbstfahrende Autos, wie sie heute von Google getestet werden, durch unsere Strassen fahren.
Roboter, digitale Assistenten und Intelligente Software werden viele Jobs in den nächsten 20 Jahren ersetzen. Gemäss Studien sind bis zu 65% aller Arbeitsplätze in der EU und in der Schweiz durch die Automatisierung und den digitalen Wandel bedroht. Die gute Nachricht: Die Hälfte der Berufe, die es im Jahr 2030 geben wird, ist noch nicht erfunden. Die folgenden Berufe werden in den nächsten fünf bis zehn Jahren in der Schweiz und in Deutschland an Attraktivität gewinnen.

Privatsphäre-Manager
Mit einem Privatsphäre-Manager wäre der Badener Stadtammann Geri Müller nicht in sein Selfie-Gate getappt. Das Gleichgewicht zwischen Privatsphäre und Transpa-renz zu wahren erfordert zunehmend professionelle Kenntnisse, um sich nicht potentiellem Missbrauch auszuliefern. Privatsphäre-Manager unterstützen Menschen und Unternehmen dabei, ihre Daten-Hoheit zurückzugewinnen. Sie befreien für ihre Kunden zum Beispiel Daten, die sich in „Geiselhaft“ von Institutionen befinden und löschen Spuren im Internet und kümmern sich um die Reputation von Firmen und Personen.

Offline-Therapeut
Social Media und Mobile Computing bringen es mit sich: Immer mehr Menschen leiden unter dem Druck des ständigen Online-Seins. Sie werden mit Breaking News, Mails und Push-Informationen bombardiert und sind gleichzeitig süchtig danach. Deshalb konsumieren sie mehr Inhalte als ihnen gut tun. Der Offline-Therapeut hilft Menschen, die Balance zu finden zwischen dem Erreichbarsein und dem Sich-Selbst-Sein und zeigt ihnen auf, wie sie das Offline-Sein als Luxus geniessen können.

Nostalgist
Der Anteil der Alten in der Bevölkerung nimmt zu. Immer mehr Menschen leiden unter Demenz. Mit den neuenTechnologien sind sie hoffnungslos überfordert und wünschen sich die guten alten Zeiten zurück, in denen sie sich wohlfühlen. Der Nostalgist ist eine Mischung aus Therapeut und Innenarchitekt. Er erweckt in Altersresidenzen längst vergangene Welten wieder zum Leben: Die Küche aus den 50er-Jahren ebenso wie ein typisches Wohnzimmer aus den Sixties, inklusive Wandtelefon mit Wählscheibe, oder ein Schlafzimmer aus den 80er-Jahren.

Roboter-Supervisor
Kennen Sie Siri, die intelligente Assistentin auf Ihrem Iphone schon? Roboter und Software, die Zusammenhänge verstehen und selber lernen können, werden künftig immer häufiger zum Einsatz kommen. Das Problem: Maschinen kennen keine Ethik. Damit diese einesTages nicht Dinge tun, die sie nicht sollten, müssen sie überwacht werden. Der Robotersupervisor wird soziale Verhaltensregeln bei Robotern festlegen oder sie so einstellen, dass sie nützlich und nicht gefährlich sind.

Für einige stellen diese Profile Traumjobs dar. Doch noch kann man sich nicht dafür bewerben. Die Chance ist jedoch gross, dass diese Berufe in naher Zukunft eine grosse Nachfrage erleben werden. Wir stehen vor einer globalen Job-Revolution. Wer sich jetzt auf den digitalen Wandel vorbereitet, hat gute Karten auf dem Jobmarkt der Zukunft.

 

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