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Privatsphäre wird zum Privileg der Reichen

Haben wir die Privatsphäre in der komplett vernetzten und digitalisierten Welt, auf die wir heute zusteuern, bereits verloren? Nein, sagt Yuri van Geest im Gespräch mit seinem Futuristen-Kollegen Gerd Leonhard (siehe Video weiter unten).
Die Privatsphäre werde sich verändern, sind die beiden Zukunftsberater einig. Zudem werden die Konsumenten zunehmend auf die Datenschutzproblematik sensibilisiert. Dies passiere allerdings nicht plötzlich, sondern in einem Prozess, der sich über mehrere Jahre erstrecken werde. Künftig wird es im Umgang mit der Privatsphäre gemäss den beiden Futuristen zwei Typen von Konsumenten geben:

Die „Süchtigen“

Die Mehrheit der Menschen wird auch in Zukunft bereit sein, ihre Daten, die sie im Internet und mit ihren Wearables preisgeben, den Anbietern von Services und digitalen Plattformen zur Verfügung zu stellen. Im Gegenzug profitieren sie von den vordergründig kostenlosen Angeboten, ohne die sie nicht mehr sein können. Diese Nutzergruppe erhält dafür personalisierte Werbung und lässt vielleicht in Zukunft sogar einmal ihren Lebenswandel und ihre Konsumgewohnheiten von der Krankenkasse überwachen.

Die Datenbewussten

Sie haben die Problematik des Datenteilens erkannt und verfügen über die Finanzen, etwas für den Schutz ihrer Daten zu bezahlen. Nur wer bereit ist, dafür zu bezahlen, wird sich in Zeiten des Datensammelns seine Privatsphäre schützen können. Natürlich können dies nicht alle.

Die Vorstellung, dass sich Privatsphäre bald nur noch die Reichen leisten können, ist erschreckend. Doch der Trend geht heute klar in diese Richtung. Futurist und KeynoteSpeaker Gerd Leonhard hat sich bereits mehrfach zu dieser Problematik geäussert. Siehe Technologie kennt keine Ethik (Audio), Privacy Failure (The Future Show), Die Notwendigkeit einer digitalen Ethik. Er fordert eine Regelung des Umgangs mit Daten in der hypervernetzen Welt. Diese muss auf einer globalen Ebene erfolgen. Denn es nützt wenig, wenn transnationale Plattformen mit Sitz in den USA, wo der Datenschutz weitaus weniger weit ausgebaut ist als beispielsweise in der Schweiz oder in Deutschland, unsere Daten und Profile nutzen und auswerten.

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